Sächsisches Geschichtscamp in Chemnitz

 

Dank meines Erfolgs beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2017 habe ich nun die Möglichkeit, mich bei verschiedenen Preisträgeraktivitäten zu bewerben – so auch beim sächsischen Geschichtscamp in Chemnitz. Mitte Juli bekam ich die Benachrichtigung, dass ich – neben 44 weiteren Teilnehmern – ausgewählt wurde, im September für eine Woche nach Sachsen zu reisen, um die Geschichte der DDR zu erforschen.

Foto: Schmucker

Normalerweise können ausschließlich sächsische Schülerinnen und Schüler am alljährlichen Camp teilnehmen, allerdings darf die Körber-Stiftung als Unterstützer der Aktion ebenfalls Kandidaten aus anderen Bundesländern auswählen. In diesem Jahr waren es ein Mädchen aus Hamburg und ich. Vorort beschäftigten wir uns in verschiedenen Workshops mit interessanten Geschichten und Persönlichkeiten. Unter anderem besichtigten wir die Gedenkstätte des Frauengefängnisses Hoheneck und das Gefängnis Kaßberg.

Foto: Schmucker

In meiner Arbeitsgruppe sprachen wir über die ehemalige Punkerin Simone „Kim“ Pickenhain, die aus der DDR ausreisen wollte mit der Begründung, dass sie ihren Lebensstil dort nicht ausleben könne. Punks und andere Subkulturen waren zu jener Zeit ein Dorn im Auge der Regierung und wurden daher gründlich von der Staatssicherheit überwacht. Wir hatten die „Ehre“ die Stasi-Akte von Frau Pickenhain lesen und studieren zu dürfen, wobei wir viel über die Arbeit der Staatssicherheit erfuhren. Am Ende der Recherche lernten wir die besagte Frau schließlich kennen und durften sie interviewen. Dabei stellte sich heraus, dass die Angaben in den Akten oft nicht der Wahrheit entsprachen und viele Menschen zur damaligen Zeit zu Unrecht bestraft wurden.

Für mich war das sächsische Geschichtscamp eine neue Erfahrung und es hat wirklich viel Spaß gemacht.

Barbara Schmucker, Q12