Verleih deiner Vernunft Flüüüügel!

 

Griechischschülerinnen und –schüler bei der Preisverleihung des Pegalogos-Wettbewerbs in der Glyptothek in München

Der Name „Pegalogos“ ist Programm: Er setzt sich zusammen aus dem Namen Pegasus für das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie und dem griechischen Wort für „Vernunft“ (λόγος). Unter diesem Titel richtet der Arbeitskreis Humanistisches Gymnasium alle zwei Jahre einen Wettbewerb für Griechisch- und Lateinschülerinnen und –schüler aus und fördert mit diesem und weiteren Projekten die Beschäftigung mit den alten Sprachen an Schulen (Homepage: https://www.klassische-bildung.de).

Zwei Schülergruppen des AGW folgten beherzt dem Pegalogos-Programm und produzierten einfalls- und abwechslungsreiche Filmclips, die beweisen, dass alte Sprachen und neue Medien sehr gut zusammenpassen.

Staatssekretärin Carolina Trautner überreicht den Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse die Urkunde (Bild: Dr. Peter Römisch)

Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse lassen in ihrem Clip den großen Philosophen Platon mit dem großen Tyrannen Dionysios von Syrakus bei einem Symposion darüber diskutieren, welche Staatsform die beste sei. Am Ende werden beide von einer Sklavin davon überzeugt, dass dies, anders als die beiden alten Griechen meinen, die Demokratie ist – ein Beitrag von gerade heute großer Aktualität.

 

Die Schüler des Griechischoberstufenkurses (Bild: Dr. Peter Römisch)

Die Schüler der Oberstufe nehmen in ihrem Beitrag „Οὐδὲν ἔστιν“ den altgriechischen Sophisten Gorgias auf die Schippe. Gorgias hatte im 5. Jh. v. Chr. erklärt: „Es gibt nichts.“ (Οὐδὲν ἔστιν) und wurde damit zum Begründer des radikalen Skeptizismus. Die Konsequenzen dieser These machen die Schüler auf humorige Weise mit Hilfe eines (oder dreier?) roten Hasen deutlich: Unter einer solchen Voraussetzung kann „nun einer viel behaupten“ (z. B. die Existenz von drei roten Hasen, die keiner sieht), sodass eine sinnvolle Kommunikation nicht mehr möglich ist.
Für ihr großes Engagement wurden die Schülerinnen und Schüler zur Preisverleihung in die Glyptothek nach München eingeladen. Dort erhielten sie aus der Hand von Staatssekretärin Carolina Trautner Urkunden und Geschenke. Der Beitrag der Oberstufenschüler wurde sogar mit einem von drei Sonderpreisen ausgezeichnet.

Das AGW gratuliert allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz herzlich zu ihrem Erfolg und hofft, dass das Altgriechische auch weiterhin ihrer Vernunft Flüüüügel verleiht.

Fink