Foto: Büchl
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Am Augustinus-Gymnasium fand der deutsch-französische Freundschaftstag am Freitag, 23. Januar 2015 statt.

Geboten war so allerhand:

Offiziell eröffnet wurde der Tag von Schülerinnen und Schülern der Unter-und Mittelstufe, die als farbenfroher Chor unter der Leitung von Herrn Pollinger im festlich geschmückten Lichthof das Lied „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Les Choristes“ sangen und damit ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Schulgemeinschaft boten. Merci!

Foto: Heike Büchl
Foto: Heike Büchl

Wer wollte, konnte im Anschluss Croissants kaufen und sich mit reichlich Informationsmaterial über das Deutsch-Französische Jugendwerk (Office franco-allemand pour la jeunesse) eindecken, das die Aktivitäten an dem Tag als Hauptsponsor unterstützte. Schüler aus der 10. Klasse hatten darüber hinaus zum DFJW und zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag vom 22.1.1963, die ja aufs Engste miteinander verwoben sind, interessante Plakate gestaltet.

Danach ging es für die Französisch-Lernenden aus den Klassen 9 bis 12 ins „Café Passé simple“. Sowohl im eigentlichen Wortsinn (Vergangenheit, einfach) als auch in der Bedeutung als eine meist literarisch verwendete Vergangenheitsform des Französischen, ist der Name nämlich Programm: die beiden französischen Musiker Hervé Glatigny (Gesang, Gitarre, Akkordeon, Drehorgel) und Fabrice Prockl (Gesang, Gitarre), deren Stimmen ausgezeichnet miteinander harmonieren, haben es sich nämlich zum einen auf die Fahnen geschrieben, auf leichte, unkomplizierte Art und Weise ihr musikalisches Erbe am Leben zu halten und deutschen Schülern zugänglich zu machen. Sie entführten die Schüler in die Geschichte des französischsprachigen Chansons und gaben mit Stücken von Jacques Brel oder Georges Brassens so manchen Klassiker zum Besten, darunter auch die politisch Stellung beziehenden Lieder „Le Deserteur“, 1954 von Boris Vian getextet, oder „Inch’Allah“ (1966) von Salvatore Adamo.

Foto: Büchl
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Zum anderen weist der Titel des Cafés „Passé Simple“ auch auf eine für die Schüler komplizierte grammatikalische Zeitform hin und zeugt daher vom pädagogischen Impetus der beiden Künstler, Wissen, eben auch über die Sprache, auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. Dies ist ihnen mit Bravour gelungen, nicht zuletzt deshalb, weil sie zwischen den Musik-Stücken immer eine als lockeres Gespräch getarnte Unterrichtsphase zum Thema und zeitgeschichtlichen Hintergrund des jeweiligen Chansons einbauten.

Foto: Büchl
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Nicht unerwähnt bleiben darf der enorme Aufwand, den die beiden betreiben, was die Bühnentechnik anbelangt. Ein eigens gestaltetes, wunderbar nostalgisches Bühnenbild versetzt die Zuhörer unmittelbar in eine französische Straßenszene und macht die beiden Darsteller zu Straßenmusikern, was auch durch den Einsatz einer Drehorgel untermalt wird. Hinzu kommt die minutiös getaktete Projizierung von perfekt abgestimmtem Film-, und Fotomaterial auf eine „Hauswand“. So mancher Schüler wunderte sich, wie schnell diese ungewöhnliche Schulstunde vergangen war.

Heike Büchl

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