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Luisa und ihre französische Gastfamilie in der Markthalle in Vichy (Foto: Büchl)

Tag 1: 23.03.: Um halb acht in der Früh werden unsere Koffer in den Bus verladen. Ein letztes Mal winken wir unseren Eltern und Geschwistern, dann verlassen wir Weiden. Unser Ziel: Vichy in Frankreich! Doch wir reisen nicht alleine: mit „on tour“ sind Frau Büchl, Herr Seiermann und … Helene Fischer. Die Blondine erfreut uns die ganze 13-stündige Busfahrt lang mit ihrem Lied über Atembeschwerden! Als wir um 20.45 Uhr endlich unsere Partnerschule, das Collège Jules Ferry erreichen, ist es schon längst dunkel. Von der Fahrt sind wir todmüde, deshalb sind alle froh, den Familien vorgestellt zu werden und dann nach Hause zu fahren. Damit ist der Abend jedoch noch lange nicht vorbei. Erst „müssen“ wir in unseren Familien noch ein mehrgängiges Abendessen überleben, bei mir bestehend aus Salat, Steak mit Kartoffeln und Bohnen, vielen verschiedenen Sorten Käse und zu guter Letzt Joghurt oder Früchten. Damit endet unser erster Tag in Frankreich und wir sind schon alle auf den nächsten gespannt.

Tag 2: 24.03.: Zuerst wird uns mit einer Power-Point-Präsentation und einer nicht-virtuellen Schulhausführung das Collège gezeigt. Danach werden die Schülerinnen und Schüler in kleine Gruppen auf- und verschiedenen Unterrichtsstunden zugeteilt. Von Sport und Histoire/Géo über Fremdsprachen bis hin zu Mathe und Physik ist praktisch alles dabei. Obwohl wir meist eher wenig verstehen, ist es doch eine interessante Erfahrung, wie der Unterricht bei den Franzosen abläuft. Als es zur Mittagspause läutet, essen die meisten mit in der Schulkantine, in der es deutlich mehr zu essen gibt als in Deutschland … Am Nachmittag durchstreifen wir die Stadt und besichtigen einige Sehenswürdigkeiten, wie die heißen Quellen, die Chalets von Napoleon III. oder die Oper.

Unser internationales Projekt: alle helfen zusammen! (Foto: Büchl)

Tag 3: 25.03.: Auch an unserem dritten Tag treffen wir uns am Collège. Heute bleiben wir jedoch bis Mittag, da wir mit unseren Austauschpartnern an einem Projekt arbeiten. Aus diesem Grund erhalten wir zunächst ein leckeres Frühstück mit Croissants, Baguettes, Tee, Marmelade und Milch, bevor wir unseren Gruppen zugeteilt werden. Dann geht es auch schon los, denn wir werden bis Schulschluss ein Plakat mit Informationen und Bildern über „typisch französisch“ gestalten. Dies gelingt jeder Gruppe auch hervorragend und die entstandenen Plakate übertreffen sich gegenseitig!

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Gute Stimmung trotz schlechten Wetters – das wäre ja gelacht! (Foto: Büchl)

Tag 4: 26.03.: Heute geht es in die Natur. Wir werden einen der vielen Vulkane besichtigen, die es in der Region Auvergne gibt. Nach der obligatorischen Busfahrt erreichen wir das Museum. Dort sehen wir uns einen Film in 4D an, der die Entstehung der Vulkankette schildert, in der sich auch der Lemptégy befindet. Kurz darauf erklimmen wir das, was der Puzzolan-Bergbau vom ursprünglichen Krater übrig gelassen hat. Obwohl die – französischsprachige – Führung interessant und anschaulich gestaltet ist, sieht man leider nicht besonders viel vom Berg an sich, denn es ist recht neblig. Da es später auch noch anfängt, zu regnen und es sowieso kalt ist, sind wir am Ende des Rundgangs froh, ins Warme zu kommen. Nach einem weiteren Film, der einen Vulkanausbruch zeigt, haben wir erst mal Mittagspause und fallen über die Luchpakete her … Das i-Tüpfelchen dieses Tages ist ein Workshop, in dem wir (und unsere Lehrer) Platten aus Emaille bemalen dürfen. Diese werden gebrannt und von unseren Austauschpartnern mitgebracht, wenn diese nach Deutschland kommen. Schließlich fahren wir nach Gannat, wo einige unserer Gruppe untergebracht sind, und setzen sie an der dortigen Schule ab. Dann kehren auch wir heim nach Vichy.

Tag 5: 27.03.: Heute zieht es uns nach Clermont-Ferrand, die Partnerstadt von Regensburg. Am Vormittag wird uns zunächst im „Aventure Michelin“ alles über die Entstehung der Firma, die Technik der Reifen, über Innovationen bei neuartigen Autos und noch allerlei mehr erklärt. Nach zwei Stunden ist der Rundgang beendet und wir wenden uns dem eher historischen Teil Clermonts zu. Während der Stadtführung bringen unsere Lehrer uns die Architektur des Weltkulturerbes „Notre-Dame-du-Port“ und der Kathedrale näher. Der letzte Punkt unseres heutigen Planes besteht aus Freizeit: In Gruppen machen wir ein riesiges Kaufhaus unsicher, in dem es von H&M bis Hollister alles gibt, was das Herz begehrt …

Foto: Büchl
Der gemeinsame Ausflug führte heuer zur Abtei von Noirlac (Foto: Büchl)

Tag 8: 02.03: Nach dem Wochenende, das wir in den Gastfamilien verbracht haben, steht heute der gemeinsame Ausflug der Deutschen und der Franzosen an. Unser erstes Ziel ist das recht abgeschieden gelegene ehemalige Zisterzienser-Kloster Noirlac. Unsere französisch sprechende Führerin erklärt uns eine ganze Menge über die Geschichte des Klosters, die Ordensregeln und den Alltag der Mönche. Alles war streng geregelt und schon ein einziges der ca. 70 Gebote, nämlich die Schweigepflicht, hätte uns große Probleme bereitet … Nach der Mittagspause geht es auch schon weiter, denn wir werden heute auch noch das Schloss Meillant besichtigen. Dieses ist teilweise älter als das Kloster, steht aber im krassen Gegensatz zu der schlichten, schmucklosen Abtei. Obwohl wir lediglich einen kleinen Teil der über achtzig Räumlichkeiten ansehen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus: prunkvolle Decken, eine alte Bibliothek, Samt und Seide wohin man nur blickt. Den Abschluss bildet ein Workshop im Schloss, in dem wir uns in der Kunst der Calligraphie versuchen. Genau heißt das, dass wir den „Leitspruch“ der Familie, die das Schloss besitzt, mit Tusche und in mittelalterlichen Buchstaben aufschreiben. Danach versteht auch jeder, weshalb die Mönche des Mittelalters so lange für das Abschreiben eines Buches brauchten – es ist ziemlich kompliziert!

Tag 9: 03.03.: Der heutige Tag beginnt mit weiteren drei Stunden französischen Schulunterrichts, danach gehen wir zu Fuß zu der nahe gelegenen Pastillerie, in der die berühmten Vichy-Pastillen hergestellt werden. Wir schauen einen zwanzigminütigen Film über die Entstehung der Firma an und decken uns im Anschluss selbst mit Vichy-Bonbons ein. Zur Auswahl stehen die Geschmackssorten „Minze“, „Zitrone“ und „Anis“. Nach einer Mittagspause im Collège steuern wir die Einrichtung an, auf die sich der weibliche Teil unserer Gruppe bereits seit Ewigkeiten freut: L´Oréal. Dort angekommen, erwartet uns aber eine Enttäuschung, denn man kann hier nichts einkaufen! Allerdings werden wir auf später vertröstet, da wir wohl diverse Probierfläschchen bekommen sollen. Nachdem alle ihre Stahlkappen- Schuhe und Schutzkittel angezogen haben, sehen wir, wie L`Oréal-Produkte hergestellt werden. Schließlich bricht unser letzter Abend in Vichy an…

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Sehenswerte Ergebnisse des Workshops am Lemptégy: emailliertes Lavagestein (Foto: Büchl)

Tag 10: 04.03.: Der Abschied von unseren neuen Familien geht fast so schnell über die Bühne wie zehn Tage zuvor in Deutschland. Schon sitzen wir mit gemischten Gefühlen im Bus; halb traurig, Frankreich verlassen zu müssen und andererseits voller Vorfreude auf daheim. Die Fahrt verläuft ziemlich ruhig und wir sind schneller als erwartet in Weiden. Kurz vor Ende der Busfahrt bemühen wir nochmals, schon wieder, wie immer… Helene Fischer und bald sind fast alle Insassen wahrlich atemlos vom Mitsingen. Schließlich erreichen wir das AGW und werden dort von Eltern, Geschwistern und Freunden in Empfang genommen.

Eins ist sicher: Der Schüleraustausch war für uns alle eine interessante, tolle und bestimmt unvergessliche Erfahrung!

Amelie Biersack, 9b

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