Foto: Konstanze Nickolaus
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Jonas Landgraf und Fabian Eller vom Augustinus-Gymnasium Weiden belegen den 2. Platz bei der deutschen Physik-Meisterschaft 2016

Bei der deutschen Physik-Meisterschaft (German Young Physicists´ Tournament (GYPT)) für Schüler vergangenes Wochenende im Physikzentrum in Bad Honnef haben Jonas Landgraf und sein Teampartner Fabian Eller vom Augustinus-Gymnasium in Weiden den zweiten Platz belegt. Sie knüpfen damit an ihre Erfolge aus dem vergangenen Jahr an als Jonas Landgraf das Turnier mit einem anderen Teampartner gewonnen hatte, während Fabian Eller damals, ebenfalls mit einem anderen Teampartner, den dritten Platz belegt hatte.

Beide Schüler wurden außerdem aufgrund ihrer herausragenden Leistungen beim Turnier in die deutsche Nationalauswahl aufgenommen, aus der sich nach einem Physik-Workshop in den kommenden Wochen das fünfköpfige Nationalteam formieren wird. Dieses vertritt Deutschland dann im Sommer 2016 beim International Young Physicists´ Tournament (IYPT), der Physik-Weltmeisterschaft für Jugendliche, im russischen Jekaterinburg.

Auch beim IYPT zählt der 17jährige Jonas Landgraf bereits zu den „alten Hasen“. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte er es in die Nationalmannschaft geschafft und war jeweils mit einer silbernen und einer bronzenen Medaille nach Hause gekommen. Fabian Eller hatte es ebenfalls bereits letztes Jahr in die Nationalauswahl geschafft und hatte nach dem GYPT 2015 mit dem Team Deutschland die österreichische Physik-Meisterschaft (AYPT) gewonnen.

„Die Erfahrungen, die Fabian und ich bei unseren GYPT-Teilnahmen sowie den internationalen Wettkämpfen bereits sammeln konnten, haben uns natürlich geholfen“, sagt Jonas Landgraf nach der Siegerehrung. „Als Favoriten haben wir uns aber überhaupt nicht gesehen – schließlich war die Konkurrenz dieses Mal viel größer als in den vergangenen Jahren.“

Die Teilnehmerzahl beim diesjährigen GYPT hatte sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Insgesamt 87 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren waren aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bad Honnef gereist. Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler jeweils eins von 17 physikalischen Problemen an einem der 13 bundesweiten GYPT-Zentren oder an ihren Schulen bearbeitet.

Foto: Konstanze Nickolaus
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Jonas Landgraf und Fabian Eller hatten sich am GYPT-Zentrum Bayreuth auf das Turnier vorbereitet. Der Physiker Simeon Völkel, selbst ehemaliger IYPT-Teilnehmer, der zusammen mit weiteren Physikern das Sieger- und ein weiteres Team aus drei jüngeren Schülern dort betreut und jetzt nach Bad Honnef begleitete zeigt sich begeistert von den Leistungen seiner Schüler: „Der Erfolg unserer Schüler macht uns natürlich unglaublich stolz. Vielmehr als das Erreichen es Finals geht es uns jedoch darum, den Schülern die Begeisterung für die Physik zu vermitteln und sie an die Arbeit eines Physikers heranzuführen. Das ist uns in diesem Jahr gut gelungen“

Für Jonas Landgraf und Fabian Eller bedeutet die Aufnahme in die Nationalauswahl nun auch den Anfang einer arbeitsreichen Zeit. Im März entscheidet sich beim Nationalauswahl-Workshop für beide ob sie Ende Juni zur Weltmeisterschaft nach Russland fahren oder Anfang April als internationale Teilnehmer an der österreichischen Physik-Meisterschaft teilnehmen.

 

ALLGEMEINE INFOS zum GYPT und IYPT

Neben Bayreuth gibt es in Deutschland zwölf weitere GYPT-Vorbereitungszentren, an denen Experten aus Schulen und Hochschulen Jugendliche jeweils von Beginn eines Schuljahres an, dabei unterstützen, die physikalischen Fragestellungen für das Turnier zu bearbeiten. Interessierte, die weiter entfernt von einem Standort wohnen, können sich an Projektmentoren wenden, die über die GYPT-Homepage jederzeit erreichbar sind.

Die physikalischen Probleme, die es in den Monaten vor dem Turnier zu bearbeiten gilt, sind dieselben, die auch im jeweiligen Sommer beim IYPT, dem Physik-Weltcup beantwortet werden müssen. Sie sind offen formuliert und lassen sich auf unterschiedlichen Niveaus bearbeiten.

Bei der deutschen Meisterschaft, die jeweils zu Beginn eines Kalenderjahres stattfindet, präsentiert jedes Mitglied der aus zwei bis drei Jugendlichen bestehenden Teams seinen Lösungsvorschlag für eine der Fragestellungen. Ein gegnerisches Team versucht währenddessen, Schwachstellen in der Argumentation zu finden und debattiert im Anschluss mit dem präsentierenden Team die wissenschaftlichen Hintergründe. Eine Jury aus hochkarätigen Wissenschaftlern und Lehrern bewertet schließlich beide Teams. Es kommt also nicht nur auf physikalisches Fachwissen, sondern auch auf Teamfähigkeit und Fairness an – außerdem auf die Fähigkeit, in englischer Sprache zu kommunizieren. Denn in Vorbereitung auf das IYPT ist die Turniersprache beim GYPT bereits Englisch.

Die zehn Turnierbesten werden in die Nationalauswahl aufgenommen, aus der sich nach einem Wochenendworkshop die fünfköpfige Nationalmannschaft formiert, die Deutschland im folgenden Sommer beim IYPT, dem Physik-Weltcup, vertritt.

Das GYPT findet jährlich unter der Schirmherrschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und mit Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung statt, organisiert durch das Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg (SFZ).

Konstanze Nickolaus (GYPT)

Website GYPT