Werd kein Opfer!

 

Foto: Dominik Konrad (Der neue Tag)

Das P-Seminar Wirtschaft und Recht des Augustinus-Gymnasiums appelliert:
Werd kein Opfer!“ – Sensibilisierung und Prävention gegenüber Gewalttaten im Alltag der Jugendlichen

Versuchen Sie sich in folgende Person zu versetzen: Sie sind 15 Jahre alt, jung, unerfahren und haben noch nicht viel von der Welt gesehen. Um gegenüber Ihrer Freunde cool zu wirken, haben Sie vor, eine große Geburtstagsparty zu arrangieren. Damit die Kommunikation mit Ihren Freunden vereinfacht und beschleunigt wird, melden Sie sich bei Facebook an und gründen eine Gruppe für Ihre kommende Geburtstagsparty.

Jedoch übersehen Sie dabei ein signifikantes Detail: Anstatt die Veranstaltung als privat zu markieren, wählen sie die öffentliche Variante, weshalb statt ihrer geplanten 30 Freunde nun die gesamte Facebook-Community eingeladen ist, also rund 1,5 Milliarden User. Ein fataler Fehler! Denn Sie müssen aufgrund des drohenden Ansturms einer gewaltigen Masse von Leuten mit einer Eskalation der Party und weitreichenden Konsequenzen rechnen: Hohe Sachschäden und nachwirkende Folgen für Sie selbst können daraus resultieren, z.B. ein bearbeitetes Foto Ihrer Person, das ins Netz gestellt wird und spätere berufliche Chancen minimiert… Herzlichen Glückwunsch!

Erst kürzlich hat es einen derartigen Fall im Raum Weiden gegeben. Ein erst 13-jähriger Jugendlicher beging beim Organisieren seiner Feier denselben Fehler wie die Person in unserem Fallbeispiel: Der Sachschaden des Hauses ging in den 5-stelligen Bereich und auch ein polizeilicher Einsatz war notwendig.

Titelblatt Lehrerhandreichung

Im Zuge solcher Gefahrensituationen erarbeitete das P-Seminar Wirtschaft und Recht des Augustinus-Gymnasiums ein Konzept, um derartigen Bedrohungen für Jugendliche entgegen zu wirken. Daher hat das Projektteam in Kooperation mit dem Weissen Ring, der Polizei
und der Sparda Bank Ostbayern-Stiftung, die uns finanziell unterstützte, ein Programm von Unterrichtsmodulen zum Thema „Gewaltprävention“ entwickelt, mit dem Ziel, Schüler der Mittelstufe auf präventiver Ebene für konkrete Gefahren des Alltags zu sensibilisieren.

Die erarbeiteten Ergebnisse und Resultate werden den Schulen der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt via Post in Form einer Handreichung übermittelt, die der Gestaltung einzelner oder mehrerer Unterrichtseinheiten dient. So beschäftigt sich beispielsweise das
Modul 2, „Gefahren im Internet“, ausgiebig mit dem hier dargestellten Fallbeispiel. Weitere Themen befassen sich mit K.O-Tropfen sowie Drogen und Gewalt.

Lukas Kuhn, P-Seminar Wirtschaft und Recht

Bericht „Der neue Tag“ vom 14.12.2016

Bericht „OTV“ vom 09.12.2016

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