Schüleraustausch des Augustinus-Gymnasiums mit Vichy – eine runde Sache

 

Foto: Büchl

In den letzten Tagen vor der Abfahrt nach Vichy wurden die Schüler und Schülerinnen immer aufgeregter und machten sich immer mehr Gedanken um ihre Zeit in Frankreich. Die Aufregung und die Nervosität haben sich gelohnt, denn es waren für alle sehr erlebnisreiche und spannende Tage.

 

Tag 1: Die große Reise  

Als um 7 Uhr das ganze Gepäck gut im Bus verstaut war, begann unsere Reise nach Vichy. Während der langen Fahrt sangen wir gemeinsam Lieder, wie „Aux Champs-Elysées“.

Als wir um 20:15 Uhr endlich das Collège Jules-Ferry erreichten, war die Freude auf das erste Treffen mit den Corres groß. Nachdem Mme Piédrigat, die Direktorin unserer Partnerschule, und Mme Chauliac uns begrüßt hatten, durften wir endlich mit unseren Austauschpartnern nach Hause fahren.

 

Tag 2: Schulbesichtigung

Die Schüler des Augustinus-Gymnasiums am Musikpavillon im Park der charmanten Kur- und Thermalstadt Vichy (Foto: Büchl)

Um 8 Uhr trafen wir uns in der Schule und teilten sogleich unsere ersten Eindrücke in unserer Gastfamilie mit unseren Klassenkameraden. Im Anschluss an die interessante Schulhausführung wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und durften zwei Stunden den französischen Unterricht miterleben.

Darauf folgte das Mittagessen mit unseren Corres in der „cantine“ und danach bekamen wir eine Stadtführung durch Vichy von unseren deutschen Lehrkräften: Wir besichtigten das alte Vichy, die Thermalquellen und die mondänen Kur- und Thermalanlagen des 19. Jahrhunderts.

 

Tag 3: Shoppen was das Zeug hält

Nachdem wir Clermont-Ferrand erreicht hatten, betraten wir erstaunt das Michelin Museum: hier erlebten wir, wie sich aus Vollgummireifen für Fahrräder hochmoderne Autoreifen entwickelt hatten.

Anschließend hatten wir Mittagspause, in der wir sowohl Shoppen als auch Essen gehen konnten. Mit vollbepackten Taschen zeigten uns Frau Büchl und Herr Seiermann die schöne Stadt. Die Kathedrale aus schwarzem Lavastein war besonders beeindruckend.

 

Tag 4+5: Le week-end en famille

Am Wochenende überlegten sich unsere Corres ein Programm für uns, wie zum Beispiel:  Bowling, Shoppen, Eislaufen, Schwimmen oder einfach ein Treffen unter Freunden. Die Deutschen durften auch in die Hobbies ihrer französischen Austauschpartner hineinschnuppern.

 

Tag 6: Rundgang durch Vulkankrater und Kreativ-Workshop

Am und im Vulkan Lemptégy (Foto: Büchl)

Zuerst erlebten wir in einem 4D Kino einen Vulkanausbruch hautnah mit. Bei der Besichtigung des Vulkankraters erfuhren wir, wie die Region Auvergne, für die die Vulkane typisch sind, entstand. Nach der Mittagspause startete unser Kreativ-Workshop „lave émaillée“, der uns Schülern viel Freude bereitete. Jeder konnte seinen eigenen Lavastein selbst gestalten und als Souvenir für seine Familie mitnehmen.

 

Tag 7: Gemeinsamer Ausflug

Foto: Büchl

Le Puy-en-Velay ist berühmt für seine Kathedrale und die Kirche Saint-Michel d‘Aiguilhe.  Obwohl selbst ein Wallfahrtsort, brachen von hier viele Pilger nach Santiago de Compostela auf. Nachdem wir uns in der Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Attraktion: der Statue Notre-Dame de France. Wir stiegen begeistert die Stufen hinauf und genossen die tolle Aussicht.

Nach diesem erlebnisreichen Tag waren sich alle einig: die lange Busfahrt hatte sich gelohnt!

 

Tag 8: Videoprojekt im Collège

Im Anschluss an das gemeinsame Frühstück, welches Croissants, Baguettes und Kakao oder Tee beinhaltete, arbeiteten wir mit unseren Corres an unserem gemeinsamen Projekt. Bereits am Wochenende hatten wir in Gruppen fleißig Videoclips erstellt, zu Themen wie „Ils sont fous, les Français“ (die spinnen die Franzosen), „en ville“ (typisch Vichy), „à table“ (typisch französisches Essen) und andere Themen – darunter noch ein Interview mit den Gasteltern zum Thema „Warum finden Sie es gut, dass ihr Kind Deutsch lernt?“.

Zum Schluss schauten wir gemeinsam alle Clips an.

In Deutschland werden wir dann den zweiten Teil des Projekts abdrehen: Das Pendant für Deutschland!

 

Tag 9: Le programme sportif

Sofort nach der Besichtigung des Sportzentrums Creps, wo die Supersportler von morgen ausgebildet werden, wartete unsere erste Sportstunde in Frankreich, in der wir unsere Fitness, Ausdauer und Kraft unter Beweis stellen mussten.

Darauf folgte das gemeinsame Mittagessen in der Kantine. Während unsere Austauschpartner noch Nachmittagsunterricht hatten, besuchten wir die Pastillerie, wo wir eine der Spezialitäten Vichys verkosten konnten: die berühmten Pastillen. Wir deckten uns reichlich mit diesen kleinen Köstlichkeiten ein – als Mitbringsel für unsere Familien und uns selbst.

 

Tag 10: Die große Reise geht zu Ende

Als uns unsere Lehrer um 7:30 Uhr in den Bus zerrten, fiel einigen der Abschied sehr schwer. Mais ce n’était qu’un au revoir – es blieb uns ja ein Trost: Ein Wiedersehen in Weiden!

Nach gefühlten hunderttausend Liedern, die wir begeistert mitgesungen hatten, kamen wir endlich an unserer Schule an, wo uns unsere Eltern und Geschwister bereits erwarteten.

Zum Schluss möchten wir uns noch bei Frau Büchl und Herrn Seiermann bedanken, dass sie uns so tolle und erlebnisreiche 10 Tage ermöglicht haben. Dieser Austausch wird uns immer in Erinnerung bleiben.

 

Laura Niewenhuys (9c), Laura Dill (9a)

 

Ergänzung zum Gegenbesuch:

Foto: Büchl

Als die 22 Franzosen dann Anfang April 2017 zum Gegenbesuch in Weiden waren, herrschte ebenfalls strahlend schönes Frühlingswetter.  Museumspädagogische Projekte in Neusath-Perschen und im GEO-Labor der KTB standen ebenso auf dem Programm wie Weiden, Speinshardt, Flossenbürg und Nürnberg mit einer Führung im Dürerhaus durch „Frau Dürer persönlich“. Besonders in Erinnerung bleiben wird allen der gemeinsame Tag in Regensburg mit einer Schifffahrt zur Walhalla, wo sich der Kreis der neuen Erkenntnisse über Deutschland schloss: reichte doch der Bogen bei der Besichtigung vom Weidener Komponisten Max Reger, dessen Büste in der Walhalla zu bestaunen ist, über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl, bis hin zu Konrad Adenauer, der schließlich im Jahr 1963 zusammen mit Général de Gaulle den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichnet hatte, auf dem alle Partnerschaftsprogramme zwischen Frankreich und Deutschland fußen.

Büchl