Sprichwörtlicher Erfolg mit fünf Landessiegerinnen

 

Die Ausschreibung des 64. Europäischen Wettbewerbs 2016 trug das übergeordnete Motto „In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“.

Unter den Themen für Kunst in der Unterstufe fand sich eines, das durch seine interessante Kombination von alter Drucktechnik und aktueller, lebendiger Sprache besonders reizvolle Gestaltungsmöglichkeiten bot. Mit der Überschrift „Bewegliche Lettern – was Buchstaben sagen“ waren Sprichwörter und Redensarten der Ausgangspunkt für die bildnerische Umsetzung.

Die Schüler der Klassen 6a und 6b gingen zuerst auf die Suche nach Redensarten und Sprichwörtern, aus denen sich jeder seinen Lieblingsspruch auswählen konnte. Als gemeinsame Gestaltungsgrundlage übten die Schüler eine Schrift ein, die für einen flächenfüllenden Blocksatz gut geeignet war. Als Vorlage diente die Futura Black.

Bei der anschließenden Übertragung auf die Originalgröße trennten sich die Wege von 6a und 6b. In der Klasse 6a war der klassische Linolschnitt in zwei Farben die angesagte Technik. Die Herausforderung bestand darin, die unterschiedlich langen Redensarten formatfüllend auf dem DIN A4-Format der Linolplatten zu verteilen und die nötige Kästchengröße der einzelnen Buchstaben entsprechend anzupassen.

In der Klasse 6b war die Buchstabengröße für alle gleich. Denn hier waren es bewegliche Einzelbuchstaben, die in Form von selbstgebauten Stempeln zum Einsatz kamen. Dafür hatte jeder Schüler Holzklötzchen zur Verfügung, auf die mit Moosgummi die Buchstabenteile aufgeklebt wurden.

 

Für beide Techniken war es erforderlich, spiegelverkehrte Druckstöcke herzustellen. Allein dafür war wegen der später notwendigen Lesbarkeit große Konzentration notwendig.

In der 6a hieß es dann: „Vorsicht beim Schneiden“. Nicht nur wegen der Finger, sondern wegen der vielen Details, die entscheidend sind, um einen Buchstaben richtig erkennen zu können. Zudem musste nach dem ersten Druckdurchlauf in gelber Farbe jeder zweite Buchstabe vor dem nächsten Drucken mit roter Farbe weggeschnitten werden.

In der 6b dagegen bestand die Herausforderung darin, die Kästchenverteilung je nach Spruchlänge auf einem DIN A3-Blatt vorzuzeichnen und eine Abfolge von drei Farben (Gelb, Rot und Blau) einzuteilen, sodass sich keine Doppelungen ergeben. Und danach ging es ans Stempeln. Zuerst alle gelben Buchstaben, dann die roten und zuletzt die blauen. Da ein und derselbe Buchstabe in verschiedenen Farben auftreten konnte, war hier auch größte Konzentration erforderlich, jedes Feld mit dem richtigen Buchstaben in der richtigen Farbe zu füllen.

Und es gelang durch die Bank hervorragend. Die fertigen Schriftblöcke wurden in beiden Klassen noch mit einer bildlichen Darstellung zur Illustration der Redensart ergänzt. Dafür zeichneten die Schüler das Motiv im DIN A3-Format vor und drückten es dann mit einem Stift auf das Blatt mit dem Schriftmotiv durch. Ebendieses wurde zu diesem Zweck auf eine mit schwarzer Druckfarbe eingewalzte Glasplatte gelegt. So erweiterte am Schluss eine schwarze Strichzeichnung die Les- bzw. Erkennbarkeit des auf Deutsch geschriebenen Spruchs auch für unsere europäischen Nachbarn.

Welche Bilder eingeschickt werden sollten, wurde von den Schülern in den jeweiligen Klassen selbst abgestimmt. Dass dann aus den insgesamt 16 eingereichten Arbeiten (8 von jeder Klasse) 5 Preisträger auf Landesebene hervorgegangen sind, ist nicht nur eine Anerkennung für die viele Arbeit, sondern vor allem auch ein Erfolg für die gelungene Umsetzung in der Gestaltung.

Ausgezeichnet wurden: Luise Biebl, Larissa-Lea Lang und Aileen Marksteiner aus der 6a sowie Johanna Bodensteiner und Franziska Schwandner aus der 6b. Herzliche Gratulation!

Dirscherl

Johanna Bodensteiner (6b)

Franziska Schwandner (6b)

Carlotta Würner (6a)

Aileen Marksteiner (6a)

Luise Biebl (6a)