¿Dónde se puede comprar cerveza? – Wenn deutsche Schüler Spanien erobern

 

Was passiert, wenn man eine Horde bayrischer Gymnasiasten auf die Spanier loslässt, wie sie sich in Ávila zurechtgefunden haben und was sie letztendlich gelernt haben, möchte ich in diesem Bericht zusammenfassen.

 

08.07.2017, Tag 1: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben

Nach etlichen Wochen der Vorfreude war es Anfang Juli endlich soweit. Pünktlich um zehn Uhr am Samstag traten wir, 39 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe, unsere große Reise nach Spanien an. Nachdem wird gegen Mittag am Flughafen in München angekommen waren, konnten wir nach kurzer Wartezeit schließlich unser Gepäck aufgeben. Einige von uns wurden daraufhin von Minute zu Minute nervöser, da es für viele der erste Flug war. Zwar mit einer kleinen Verspätung, aber ohne jegliche Komplikationen landeten wir um ca. 18 Uhr am Flughafen in Madrid – und wurden sofort als Franzosen begrüßt. Fing schonmal gut an.

Nach einer zweistündigen Busfahrt kamen wir am Centro de Recepción de Visitantes in Ávila an, wo wir sogleich von unseren Gasteltern empfangen wurden. So trennten sich unsere Wege und wir begannen die spanische Kultur und Lebensweise kennenzulernen.

 

09.07.2017, Tag 2: Tortilla mit Katze

Foto: Schmucker

Am Sonntagmorgen erzählten alle von ihren ersten Eindrücken in den Familien – wobei die einen mehr, die anderen weiniger gut waren. Während fast alle von oben bis unten perfekt versorgt wurden, mussten einige Jungs damit zurechtkommen, dass die Katze ihrer Gastfamilie in der Küche ihr Geschäft verrichtet und gern neben bzw. fast auf (!!) dem Abendessen ein Nickerchen macht.

Unser erstes Ausflugsziel war die Stadt Salamanca, etwa 100 km von Ávila entfernt. Dort besichtigten wir den Plaza Mayor und die Kathedrale (Grüße an dieser Stelle an Frau Büchl & die Leute vom Frankreichaustausch #dasistschön). Da wir natürlich sehr neugierig auf die spanische Küche waren, suchten wir uns ein Restaurant mit typisch spanischen Gerichten – Burger King.

Nachdem wir unseren Gasteltern von Salamanca berichtet und gegessen hatten, erkundeten wir erstmals Ávila und fanden schnell unseren “Spot”, den Plaza de Teresa, der von da an jeden Abend zum Treffpunkt wurde.

 

10.07.2017, Tag 3: ¿Por qué aprendes Espanol?

Am nächsten Morgen begann für uns der Sprachunterricht im Instituto Español  Murallas De Ávila. Unsere Lehrer Teresa und José hatten bereits zu Beginn ein Problem: die Aussprache der deutschen Namen war für sie alles andere als einfach (Esther → Ästär, Xaver → Chafer, Simon → Seimon). Nachdem José uns mit Fragen wie ´Warum lernst du Spanisch?` (50% der Antworten → ´weil ich muss`) oder `Bist du zum ersten Mal in Spanien` gelöchert hatte, verstanden wir recht schnell, dass wir hier keinen normalen, langweiligen Unterricht haben würden.

Nachmittags besuchte die gesamte Gruppe das nahegelegene Schwimmbad, wo wir auf einige Probleme stießen. Aufgrund von Verboten wie Besteck, generell Speisen, Sonnenbrillen im Wasser und Tragen von Unterwäsche unter der Badehose machten wir uns bei den Bademeistern nicht gerade beliebt.

 

11.07.2017, Tag 4: Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Foto: Schmucker

Nach der Schule besuchte etwa die Hälfte der Gruppe gemeinsam mit Frau Stangl und Herrn Fink die Mauer von Ávila. Bei fast 40 Grad Mittagshitze, keinem Wind und keiner einzigen Wolke war dies zwar wirklich anstrengend, aber der wunderschöne Ausblick über die Stadt und das Gebirge glichen die körperlichen Strapazen wieder aus. Danach schlossen wir uns dem Rest der Gruppe an, der den Nachmittag im Schwimmbad verbrachte.

Wie jeden Abend trafen wir uns am Plaza de Teresa, unterhielten uns und tranken ähm – Saft, ausschließlich.

 

12.07.2017, Tag 5: Sí, oui, non, ja, no – yes!

An Tag fünf zeigten uns unsere Sprachlehrer die Stadt, die Mauer und andere Sehenswürdigkeiten. Gegen Mittag fuhren wir mit dem Bus zuerst zur Granja de San Ildefonso, wo wir das sogenannte “Kleine Versailles” besichtigten und schließlich in die Stadt Segovia, die bekannt für ihr schönes Aquädukt ist. Dort fotografierten wir ebendieses, machten eine Stadtführung, entdeckten die Mujer Muerta – einen Gebirgszug, der einer toten Frau ähnelt – und hatten schließlich genug Freizeit um Shoppen zu gehen.

Beim Bestellen eines Frozen Yogurts und den damit verbundenden Verständigungsproblemen stellte sich heraus, dass es nicht immer vorteilhaft ist, mehrere Sprachen zu sprechen:

 Verkäufer: “ʖCon qué quieres tu Frozen Yogurt?”

 Schülerin * akustisch nicht ganz verstanden und schaut verwirrt *

 Verkäufer: “Do you speak English?”

 Schülerin * immer noch verwirrt, will aber antworten *: “No.”

Verkäufer: “Oh, that`s not good.”

Schülerin * versteht nun, dass der Verkäufer Englisch spricht *: „Ahh, sí,, no, ja, sí, non, oui, sí, oui, non – * atmet * – yes.  Yes, I speak  English!”

 

13.07.2017, Tag 6: Ein Prosit der Gemütlichkeit

Am sechsten Tag brachten wir unsere Lehrerin Teresa zur Verzweiflung. Auf die Frage hin, welche Musik wir in Deutschland hören, spielten wir ihr Lieder wie “Skandal im Sperrbezirk”, “Ein Prosit der Gemütlichkeit” oder “Böhmischer Traum” vor und sangen dazu. Sie schien daraufhin ein wenig verstört vom (angeblichen) deutschen Musikgeschmack zu sein. Danach führten wir ein Laufdiktat zu dem Lied “Vivir mi vida” von Marc Anthony durch.

Am Abend traf sich die ganze Gruppe zum Tapas-Essen, die wir vorher im Unterricht mit José ausgewählt hatten. Zwar konnte man die Bewirtung nicht wirklich Bewirtung nennen, da wir sowohl Getränke als auch die Tapas selbst holen mussten und es zudem einige Gerichte gar nicht gab oder deren Zubereitung zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte, aber wir wussten uns danach gut bei Burger King zu versorgen. Einige Schülerinnen entschlossen sich daraufhin, die uns von Teresa gestellte Aufgabe zu bearbeiten. Wir mussten die Spanier zu verschiedenen Themen wie z.B. Ferien, Feiern oder Sport befragen. Ohne Scheu gingen wir offen auf die jungen Leute zu und stellten unsere Fragen und bekamen immer ernst gemeinte und nette Antworten zu hören.

 

14.07.2017, Tag 7: ¡Eres caliente!

Am Freitag drehte sich der Unterricht rund um Wörter und Poesie. Wir klebten uns allen einen Zettel auf den Rücken und hatten dann die Aufgabe unseren Mitschülern nette Komplimente in Form von Adjektiven aufzuschreiben. Gegen den Willen der Lehrerin wurden einige Mädchen von den Jungs als “caliente” bezeichnet. Was das heißt könnt ihr selbst nachsehen oder ihr setzt eure Latein-Kenntnisse ein ;-). Bei José schrieben wir Gedichte zu verschiedenen Themen wie z.B. Liebe, Sport, Party, Strand, Jungs etc. – natürlich auf Spanisch. Diese übersetzten wir dann in weitere Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Griechisch oder Türkisch.

 

    El amor

En las cabezas, en las corazones, en los ojos

Sincero, paciente, apasionante

Ayudar, acompañar, amparar

El amor es todo lo que la gente necesita

El amor, el amor, el amor

 

 

15.07.2017, Tag 8: I will wieder hoam

Nachdem wir uns von unseren Gastfamilien verabschiedet und das Gepäck in den Bus verladen hatten, traten wir die Rückreise nach Deutschland an. In Madrid angekommen, deponierten wir unser Gepäck in Schließfächern und besichtigten den Palacio Real, den Plaza de España und die Innenstadt. Danach teilte sich die Gruppe und während die einen das Hardrock Café suchten und 300 Euro ausgaben (danke Steffi für die T-shirts!!), besuchten die anderen KFC, Primark, Starbucks und Co. Nach einigen Stunden fuhren wir mit der Metro zurück zur Station Chamartín, von wo aus wir zum Flughafen fuhren. Nach einem längeren Aufenthalt dort flogen wir zurück nach München. Beim Warten auf das Gepäck fiel der Gruppe nichts Besseres ein als sich auf das Gepäckband zu setzen und andere Flugpassagiere zu nerven. Die Busfahrt nach Weiden verlief wenig aufregend und alle waren froh am Ende gesund und munter von ihren Familien begrüßt zu werden.

Abschließend möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer der Sprachreise bei Frau Stangl, Herrn Fink und Frau Greiner für die super Organisation und die schöne Woche in Spanien bedanken. Ich denke, dass uns die Sprachreise sowohl einiges gelehrt hat was Kultur und Sprache betrifft, als auch die gesamte Gruppe näher zusammengebracht hat. Dankeschön!

Barbara Schmucker, 10b