Alpencross

 

P-Seminar  „Abenteuer Alpencross“

 

An unserer Schule gab es im Schuljahr 2016/17 erstmalig das P-Seminar „Alpencross“, das zum Ziel hatte, eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike zu planen, zu organisieren und durchzuführen.

Unter der Leitung von Herrn Pausch waren wir Schülerinnen und Schüler von Beginn an verantwortlich für die unterschiedlichen Bereiche, die eine solche Tour erfordert. So gab es folgende Gruppen: Tourenplanung, Trainingsplanung, Erste Hilfe, Dokumentation und Werkstatt.

Neben ersten Leistungschecks im Januar, die allen die Augen öffneten, wo jeder stand bzw. was und wieviel noch zu trainieren ist, standen neben einem Erste Hilfe Kurs, einem Werkstattworkshop und ab Februar einige gemeinsame Trainingseinheiten in Form von Spinning im Injoy-Weiden, aber auch viele Mittwochs- und Wochenendausfahrten auf dem Programm.

Herr Pausch und die Trainingsgruppe de Jungs stellten immer wieder abwechslungsreiche Touren rund um Weiden zusammen, die wir gemeinsam abradelten, um fit zu werden und vor allem auch in der Gruppe fahren zu verbessern.

Jeder einzelne trainierte regelmäßig zusätzlich noch für sich, da uns relativ schnell klar wurde, dass für so eine Tour ein „wenig“ mehr an Ausdauer, Kraft und Sitzfleisch gebraucht werden würde.

Für die Tourenplanung von Garmisch nach Riva sollten die einzelnen Etappen gleichmäßig verteilt und die Unterkünfte gebucht werden. Unterschiedliche Routen wurden geprüft, bevor die Tourenplaner letztendlich die richtige gefunden hatten, die für alle gleichermaßen zu bewältigen war.

Um auch für eventuelle Verletzungen gerüstet zu sein, gab es einen Erste Hilfe Kurs durch die Malteser, bei dem wir einen Einblick in die alpinen Gefahren und die Erstversorgung bei Unfällen bekamen. So übten wir die stabile Seitenlage, Verbände anlegen und lernten Erstmaßnahmen gegen Sonnenstich und Hitzschlag kennen.

Bei Rabe-Bike Weiden verbrachten wir einen Abend in der Werkstatt, in der uns Tipps und Tricks zum Reifen-, Ketten- und Bautenzugwechsel gezeigt wurden. Vor allem unsere Jungs passten gut auf und übten gleich einmal den Ernstfall.

Am Sonntag, 02.07.2017 fand unsere letzte lange Ausfahrt in Form einer Oberpfalzrundtour mit über 100 km statt, bevor wir am 09.07.2017 in aller Früh mit Herrn Pausch und Frau Benkhardt Richtung Alpen starteten.

Startpunkt war Garmisch, von wo aus wir die erste Etappe Richtung Imst in Angriff nahmen. Dieser Tag galt als eher lockerer Einstieg, um sich auf die schwierigeren Abschnitte der nächsten Tage einzustellen. 20 km vor unserer ersten Unterkunft belohnte uns der Wettergott noch mit einen Regenguss, der sämtlichen Regenklamotten alles abverlangte. Allerdings war die gute Laune dank eines klassischen Tiroler Abendessens schnell wieder hergestellt, denn es gab Kasspotzn mit Salat oder Wiener Schnitzel.

Tag zwei führte uns über den Reschenpass nach St. Valentin auf der Haide. Da die Reschenstraße allerdings a.G. von Steinschlägen gesperrt war, mussten wir einen Abstecher über die Schweiz und einige Extrakilo- und Höhenmeter machen. In St. Valentin erreichten wir gerade noch die Seilbahn, mit der wir samt Equipment zur Haideralm in 2100 Höhe geschaukelt wurden.

Als wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein auf die Räder stiegen, freuten sich alle auf einen weniger anstrengenden Tag, denn es sollten zwar viele Kilometer werden, doch waren die mit eher wenigen HM zu bewältigen. In Meran bezogen wir für zwei Tage die Jugendherberge, denn der Mittwoch war als Ruhetag geplant. Wir fuhren Kutsche, gingen Shoppen und erholten uns im Freibad. Abends gab es eine zünftige Mahlzeit mit Burgern, Bratwürstl, Semmelknödel mit Schwammerlbrüh und Schweinshaxen.

Am Donnerstag sollte es über den Gampenpass ca. 60 km und 1700 HM nach Cles gehen. Auf dieser Etappe wurden viele innere Schweinehunde bekämpft, nicht immer alle besiegt, so dass einige absteigen und schieben mussten. Belohnt wurden die Strapazen jedoch von Nonna Maria, die uns auf ihrem Hof mit selbst gemachten Plätzchen und frisch gepresstem Apfelsaft empfing. Abends gab es Pizza und Pasta und die Vorfreude auf die letzte Fahrt am nächsten Tag war allen anzumerken.

Freitag wurde ein Härtetest für das Material. Denn wir stellten wieder einmal fest, dass sich Felgenbremsen nicht unbedingt gut mit langen Abfahrten vertrugen. So wechselte unsere Werkstatttruppe innerhalb von 30 Minuten dreimal den selben Schlauch bis entschieden wurde, dass das Rad getauscht werden musste. Insgesamt hatte es die letzte Etappe in sich, denn auf relativ wenigen Kilometern galt es sehr viel Höhe zu bewältigen, was jedem die letzten Körner abverlangte. Einige wenige hielten bis zum bitteren Ende des Anstiegs durch, während andere lieber eine Radwanderung machten. Als um 18:00 Uhr der Gardasee im Blickfeld erschien, war schlagartig jede Anstrengung und jeder Höhenmeter vergessen.

Wir erlebten den „Flow“, von dem uns Herr Brandl im Additum immer erzählte, am eigenen Leib und waren ziemlich stolz, dieses Abenteuer gemeinsam geschafft zu haben.

Es folgte noch ein entspannter Abschlussabend und ein Tag am See, bevor wir nach einer weiteren Nacht in Riva die Heimreise antraten.

 

P-Seminar Sport