Herausforderungen leben – Abitur 2018

 

Für die Abiturienten und Abiturientinnen drehte sich in den letzten Monaten und Wochen so ziemlich alles um das zu erreichende Ziel. Auf der anderen Seite erschütterten erneut regionale, nationale und globale Katastrophen die Menschen. An diesem Abend der Entlassfeier sollten jedoch die Wirren der Welt einmal außen vor bleiben. So verabschiedete Oberstudiendirektor Helmut Matejka unsere Schüler und Schülerinnen im würdigen Rahmen in der Max-Reger-Halle.

Foto: Fellner

Matejka gab dabei zu bedenken, dass es für ihn eine ganz besondere Verabschiedung sei, da er selbst mit diesem Schuljahr seinen aktiven Dienst beende und damit seine letzten Abiturzeugnisse zu vergeben habe. Der Schulleiter wünschte den Absolventen in einer sich rasch verändernden Welt eine Mischung aus Bodenständigkeit und Anpassungsfähigkeit, wobei das erworbene Wissen während der gymnasialen Schulzeit ein gutes Startkaptal sei. Im Vorfeld – gab Helmut Matejka zu, habe er eine Metapher aus der Welt des Fußballs bemühen wollen. Angesichts des enttäuschenden Aus der deutschen Nationalmannschaft  in der Vorrunde habe er dies natürlich sofort wieder ad acta gelegt, denn die Absolventen des Augustinus-Gymnasiums seien wesentlich ambitionierter und erfolgreicher gewesen und hätten ja die Endrunde siegreich bestanden. Durchhaltevermögen und Leistungsbereitschaft, auch das Hinnehmen von Rückschlägen, Trainingseifer und Regenerationsphasen, gute Taktik und der ein oder andere hilfreiche Trainertipp seien dabei das Geheimnis des Erfolges.

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Eine, wahrscheinlich die prägendste, Phase des Lebens geht mit der Überreichung der Abiturzeugnisse zu Ende. Diesen Gedanken griffen auch Rico Strempel und Julia Lingl in ihrer Abiturrede auf. So gaben die beiden Schüler zu bedenken, dass diese prägende Phase, dieser Lebensabschnitt mehr sei als ein bloßes Ende der Schulzeit. Jeder werde die Zeiten am AGW auf unterschiedliche Art und Weise im Gedächtnis behalten.

In der gewohnt routinierten musikalischen Umrahmung der Feier erklang „Viva La Vida“ – ein Motto, mit dem unsere Absolventen bestimmt etwas anfangen können, gilt es doch nun, die Kraftreserven aufzufüllen, bevor die nächsten Herausforderungen zu meistern sind.  Zu rekapitulieren waren natürlich auch hervorragende Einzelleistungen der Absolventen, die sich ein Einserabitur erarbeitet haben. So konnten sich dieses Jahr sechzehn Schüler und Schülerinnen über ein echtes Einser-Abitur freuen.

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Wie weit die Begabungen und das Engagement der Abiturienten reichen, zeigten auch die Preise etwa aus dem Fachgebiet der Naturwissenschaften und der Mathematik. Da Bildung vielfältige Dimensionen besitzt, galt es auch, Engagement in Bereichen zu prämieren, die Bildung erst vollkommen machen. So wurden für ihre Mitwirkung am Schulleben die Schülersprecher genauso wie Mitglieder der SMV oder herausragende Sportler sowie hervorragende Altphilologen geehrt. Für ihre Mitgliedschaft im Chor und Orchester, auch Theater oder innerhalb der Technik-Gruppe, wurde beinahe allen Abiturienten zusätzlich gedankt. Besonderer Dank galt auch den Oberstufenkoordinatoren Dr. Johanna Butz und Roland Richter, die wie immer souverän diesen Abiturjahrgang durch alle Schleusen lotsten, allen Lehrkräften und natürlich auch den Eltern, die ihren Beitrag zu diesem Etappenziel im Leben eines jungen Menschen geleistet hätten.

Liebe Abiturienten und Abiturientinnen, ihr haltet nun euer Reifezeugnis in Händen. Genießt das Erreichte! Irgendwann wird euch jedoch wieder ein gewisses Fieber packen, Neues zu entdecken, so wie es im Menschsein angelegt ist, oder wie es Hermann Hesse in seinem Gedicht  Keine Rast  zum Ausdruck bringt:

Seele, banger Vogel du,
Immer wieder musst du fragen:
Wann nach so viel wilden Tagen
Kommt der Friede, kommt die Ruh?

O ich weiß. Kaum haben wir
Unterm Boden stille Tage,
Wird vor neuer Sehnsucht dir
Jeder liebe Tag zur Plage.

Und du wirst, geborgen kaum,
Dich um neue Leiden mühen
Und voll Ungeduld den Raum
Als der jüngste Stern durchglühen.

Dr. Lutz

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