Studienfahrt Toskana 2018

 

Die letzten Schulwochen waren für die Schülerinnen und Schüler der Q11 eine Qual. Unbedingt notwendige Exen und letzte Unterrichtsbeiträge bestimmten den Alltag der ganzen Jahrgangsstufe. Doch am siebten Juli dann die Erlösung: fast pünktlich um vier – Grüße an Kerim an dieser Stelle – machten sich 41 von uns auf den Weg nach Italien.

Auf dem Campingplatz Il Boschetto die Piemma in der Nähe von San Gimignano, einer Kleinstadt in der Toskana mit rund 8000 Einwohnern, die oft „Mittelalterliches Manhattan“ aufgrund der vielen Türme genannt wird, angekommen, stellten wir uns unserer ersten großen Herausforderung: dem ziemlich steilen Weg nach unten zu unseren Bungalows. Dort angekommen wurde uns auch sofort bewusst, dass wir diesen Berg auch wieder hinauf mussten – und das mehrmals am Tag. Am Abend erläuterte uns Herr Varga die Programmpunkte der nächsten Tage und wir ließen den Tag ausklingen.

An Tag zwei wurden wir zweieinhalb Stunden durch San Gimignano geführt, wobei das einzige, was bei der Hitze hängen geblieben ist, die Beulenpest im Jahr 1648 und irgendetwas mit Safran ist. Die Führerin erzählte uns, dass es in San Gimignano das beste Eis der Welt geben soll. Also machten wir uns auf die Suche nach der Eisdiele, die dieses Eis verkauft. Am Ende des Tages aber fanden wir heraus, dass es mehrere weltbeste Eisdielen in dieser Stadt gibt und wir letztendlich nicht bei der mehrfach ausgezeichneten waren. An diesem Abend bemerkten wir zudem, dass auch unsere Lehrer nicht an alles gedacht hatten, denn Herr Fellner ging mit einem Schnapsglas von Bungalow zu Bungalow um nach Spülmittel zu fragen.

Am nächsten Tag stand eine Stadtführung – welche deutlich angenehmer und kürzer war als die am Vortag – durch Lucca und die Besichtigung des schiefen Turms von Pisa auf dem Programm. Wie kleine Kinder freuten wir uns darauf, mit der Bimmelbahn vom Busparkplatz zum besagten Turm zu fahren. Dort hielten wir uns nur kurz auf, bis die typischen Touristenfotos geschossen waren.

Der wohl schönste Ausflug – natürlich neben der Weinprobe – war die Wanderung in den Cinque Terre. Wer nicht dabei war, kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen, wie anstrengend das war – ich für meinen Teil kann jedenfalls behaupten, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so sehr geschwitzt habe wie an diesem Tag. Bereits nach dem ersten von vier Kilometern lief die Mannschaft nur noch halb nackt herum. Schließlich kam aber die Erlösung, als wir im türkis-blauen Meer schwimmen gehen konnten. Die anschließende Bootsfahrt rundete den ganzen Tag zudem ab.

Tag fünf begann zunächst traurig: aufgrund falscher Informationen durch den Veranstalter, war es uns nicht möglich zu den etruskischen Ausgrabungen zu fahren um dort zwei Stunden lang in der Sonne zu stehen – schade. Deswegen mussten wir LEIDER sofort zum Strand fahren. Herr Varga konnte sich dort dazu überwinden, zusammen mit seinen Schülern schwimmen zu gehen. Aber auch hier konnte er es nicht lassen, seiner Tätigkeit als Erdkundelehrer nachzugehen, denn er stellte fest, dass „des Wasser hier (…) viel schwerer [is] als des gestern“, was anscheinend unter anderem an den Sedimentablagerungen lag. Abends versammelte sich die gesamte Gruppe am Grillplatz, wo Herr Fellner und Herr Varga fleißig Fleisch und Würstchen wendeten – danke an dieser Stelle dafür! Frau Ender übernahm während dieser die Zeit die Seelsorge und unterhielt sich angeregt mit den Schülerinnen und Schülern.

Am letzten Tag fuhren wir nach Siena, etwa 50 Kilometer von San Gimignano entfernt. Nach etwa zwei Stunden machten wir uns weiter auf den Weg zum Weinbaubetrieb Fattoria della Aiola, wo uns eine gemütliche Weinprobe bevorstand. Eine Dame erklärte uns zunächst das Wichtigste zum Weingut Aiola und kam dann – überraschend schnell – zum praktischen Teil, in dem wir verschiedene Sorten Wein probieren durften.

Der Freitagmorgen gestaltete sich nicht sonderlich interessant: wir stiegen ein letztes Mal den Berg zum Bus hinauf und traten schließlich eine recht unspektakulär verlaufende Heimreise an. Gegen 22 Uhr kamen wir dann am AGW an und wurden von unseren Eltern und Bekannten in Empfang genommen.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass wir auf eine wirklich schöne und unkomplizierte Studienfahrt zurückblicken dürfen. Daher nochmals vielen Dank an Frau Ender, Herrn Fellner und Herrn Varga!

Barbara Schmucker, Q11 (Fotos: Fellner)