Austauschprogramme

Vorurteile werden nur durch persönliches Kennenlernen des Anderen ausgeräumt. Und gleichzeitig werden dabei eigene Vorstellungen und Anschauungen hinterfragt.

Diesem Doppelziel ordnen sich unsere Schulpartnerschaften zu. Wir pflegen sie mit einem Gymnasium in Weidens italienischer Partnerstadt Macerata, aber auch mit unserem westlichen Nachbarn Frankreich (Collége Jules Ferry in Vichy).


Vichy

Seit mehr als 10 Jahren verbindet das Augustinus-Gymnasium eine herzliche Freundschaft mit dem Collège Jules Ferry in Vichy. Dieses Austauschprogramm ist für die 9. Jahrgangsstufe, also unsere Französisch-Anfänger, vorgesehen und erlaubt ihnen, ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse sofort anzuwenden und zu erweitern und so unsere Nachbarn im Westen näher kennen zu lernen.

Gewöhnlich eröffnen die Franzosen den Austausch mit ihrem Besuch in Weiden im tiefsten Winter (Ende Januar / Anfang Februar). Selbstverständlich zeigen wir ihnen Weiden mit dem Alten Rathaus, der Josefs- und der Michaelskirche und auch vom Oberbürgermeister werden unsere Gäste immer sehr herzlich willkommen geheißen. Ein Highlight stellt der Besuch der Thermenwelt dar. Und auch Ausflüge nach Nürnberg und Regensburg stehen auf dem Programm.

Neben dem touristischen Programm ist es aber auch wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen sich wirklich kennen lernen, und das geschieht am besten, wenn sie gemeinsam an einer Sache arbeiten. Deshalb organisieren die Französischlehrerinnen und andere engagierte Kollegen an mehreren Nachmittagen gemischte Arbeitsgruppen, in denen gemeinsam hart gearbeitet wird, gesungen, gebastelt, Rollen gelernt, getanzt, mit dem Ziel, einen deutsch-französischen Abend für Eltern und Freunde zu gestalten.

Großen Erfolg hatten wir schon mit dem Projekt „Zauberlehrling“, „Der kleine Prinz“ oder letztes Jahr mit einem internationalen Kabarett, an dem auch die tschechischen Gastschüler mitwirkten.
Kurz vor den Osterferien findet dann der zweite Teil des Programms statt, die Reise der Augustinus-Schüler nach Vichy, der eleganten Kurstadt im Herzen Frankreichs.

Die Schüler lernen dort den langen Schultag ihrer französischen Kameraden kennen, der bis 16.30 Uhr dauert. In der Schulkantine werden sie mit typisch französischem Schulessen versorgt. Bei zahlreichen Ausflügen erkunden sie die Auvergne mit ihren landschaftlichen Schönheiten wie z.B. dem Parc des Volcans mit seiner höchsten Erhebung, dem Puy-de-Dôme und seiner Hauptstadt Clermont-Ferrand. Aber auch kulinarisch wird einiges geboten: die Besichtigung einer Käserei oder eine Weinprobe bei unserem Winzer in Saint-Pourçain. Nach dem zehntägigen Aufenthalt in Frankreich kommen die Schüler und Schülerinnen voller neuer Eindrücke und hoch motiviert nach Weiden zurück.

Im Schuljahr 2004/05 wird dieses Austauschprogramm von Frau Büchl betreut werden.


Macerata

Macerata – wo liegt das eigentlich? In Italien. Klar, aber wo genau? Für alle, die von dieser Stadt noch wenig gehört haben, hier ein paar Informationen vorab. Macerata liegt südlich von Ancona in der mittelitalienischen Region Marken (ital. Marche) und ist Hauptort der gleichnamigen Provinz. Es ist etwa genauso groß wie Weiden und ist Universitätsstadt und Bischofssitz.
Bereits seit 1954 fanden auf Initiative der Deutsch-Italienischen Gesellschaft erste Begegnungen zwischen Macerata und Weiden statt. Im Jahre 1963 wurden durch die Oberbürgermeister Dr. Arnaldo Marconi und Hans Schelter die offiziellen Partnerschaftsurkunden unterzeichnet.

Der Schüleraustausch erfolgte zunächst nicht zwischen bestimmten Schulen, sondern wurde von der Deutsch-Italienischen Gesellschaft als Jugendbegegnung zwischen den beiden Städten organisiert.

1991 wurde aus der Jugendbegegnung zwischen Macerata und Weiden ein Schüleraustausch zwischen dem Liceo Galileo Galilei und dem Augustinus-Gymnasium. Für die italienischen Schüler ist Deutsch die zweite Fremdsprache nach Englisch, ihre deutschen Partner haben seit dem Schuljahr 2001/02 die Möglichkeit, in der 11. Klasse Italienisch als spät beginnende Fremdsprache zu erlernen. Daneben gibt es auch Wahlunterricht in Italienisch am Nachmittag.

Der Besuch der italienischen Schüler in Weiden findet meist Ende November/Anfang Dezember statt. Das Programm beinhaltet Fahrten nach Nürnberg, Würzburg und Bayreuth sowie eine Stadtführung durch Weiden, das Kennenlernen der Bleikristallherstellung und eine Führung durch das Konzentrationslager Flossenbürg. Durch die Teilnahme am Unterricht ihrer deutschen Partner habe die jungen Italiener Gelegenheit, unser Schulsystem näher kennen zu lernen.
Der Gegenbesuch in Macerata erfolgt meist Ende April/Anfang Mai. Neben einem Empfang im Rathaus, einer Führung durch die Stadt und Fahrten in umliegende Städte wie Perugia, Urbino und Ascoli Piceno, haben die deutschen und italienischen Jugendlichen auch viel Zeit, sich persönlich kennen zu lernen.

Die Freundschaften zwischen Deutschen und Italienern, die im Rahmen des Austausches entstehen, werden erfreulicherweise in vielen Fällen über Jahre gepflegt. Man erfährt immer wieder von ehemaligen Teilnehmern, dass sie Besuch aus Macerata haben oder privat zu ihren ehemaligen Gastfamilien reisen. Es ist daher nicht übertrieben, den Austausch als lebendigen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Zusammenwachsen Europas zu bezeichnen.


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