Alltag aus, Neugier an – Wenn Schule zum Forschungsraum wird – Die Wissenschaftswoche am AGW

Die Wissenschaftswoche, 5 Tage in denen Schüler eigenverantwortlich und selbstorganisiert an unterschiedlichen frei gewählten Themen arbeiten, war sowohl für uns Schüler als auch für die Lehrer eine willkommene Abwechslung im sonst doch etwas monotonen Schulalltag. Ganz im Kontrast zum meist passiven Zuhören, Mit- und Abschreiben während des normalen Stundenplans, nahmen in dieser Woche wir Schüler das Zepter selbst in die Hand, um in Kleingruppen am diesjährigen Überthema „Wasser“ zu forschen.

„Wasser“, ein allgegenwärtiges, vielseitiges Thema, bot Raum für Fragestellungen in den verschiedensten Fächern: vom Naturwissenschaftlichen bis zum gesellschaftlich politischen Blickwinkel.

Am Mittwoch, dem 04.02, war es dann so weit. Die Gruppen standen fest und die ganze Jahrgangsstufe versammelte sich im 4. Stock, der für die kommenden Tage unsere kleine Forschungsabteilung sein würde. Die Luft summte vor Tatendrang, Motivation und Kreativität, als Herr Kreuzer mit einer kurzen Ansprache den offiziellen Startschuss gab und wir uns in unsere Forschungsarbeit stürzten.

Gerade die ersten Tage waren bei den meisten Gruppen von Materialsuche, Quellenauswertung und dem genauen Festlegen des Untersuchungsschwerpunkts geprägt, wobei die Lehrer uns stets unterstützen, gleichzeitig aber viel Raum für unsere eigenen Ideen ließen.

Dieses wissenschaftliche Arbeiten stellte uns manchmal vor echte Herausforderungen: das Lesen und Zusammenfassen langer Texte sowie das Verstehen komplexer chemischer oder physikalischer Prozesse, aber auch das längere selbstständige Arbeiten – etwa auch im Stadtarchiv mit Originalquellen -, brachte den einen oder anderen Kopf schon mal zum Rauchen.

Waren erst einmal alle grundlegenden Informationen gesammelt, ging es in den nächsten Tagen in die Phase des kreativen Schaffens. Viele Gruppen führten Experimente durch und nahmen Interviews und Podcasts auf oder drehten Filmbeiträge; es wurde sogar eine echte Wasserpumpe gebaut!

Bei der Vorbereitung der Abschlusspräsentationen lag die Schwierigkeit darin, die über die letzten Tage gesammelten Informationsberge in ein stimmiges, für unsere Mitschüler verständliches Gesamtbild zu bringen. Deshalb gab es schlussendlich auch ein breites Spektrum verschiedener Präsentationsarten, von der klassischen PowerPoint Präsentation bis hin zu Stellwänden und QR-Codes mit verlinkten Videos.

Der Präsentationstag verging durch die große Diversität der vorgestellten Themen und Fragestellungen rund um „Wasser“ wie im Flug. Wir gewannen zum Beispiel spannende Einblicke in „Wasser als Konfliktstoff und politischer Machtfaktor“ (PuG), den „Wasserverbrauch olympischer Winterspiele“ (Sport), die „Anpassung von Fischen an ihren Lebensraum“ (Biologie), das „Wasser als Motiv in der Literatur“ (Deutsch) und vieles mehr.

Abschließend war die Wissenschaftswoche aus unserer Sicht eine neue, erfahrungsreiche Zeit, in der wir viel rund um das Thema „Wasser“ und die Bedeutung von Teamwork erfahren haben. Besonders sind wir aber auch der Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens ein großes Stück nähergekommen, wovon wir mit Blick auf die W-Seminararbeit im nächsten Jahr hoffentlich profitieren werden.

Unsere Wissenschaftswoche: Wir haben den Schulalltag mit großem Erfolg gegen Neugier, selbstbestimmte Forschung und Kreativität eingetauscht!

 

Anna-Lena und Franziska Stangl