Treffpunkt war 7 Uhr morgens – dementsprechend verschlafen traf sich unsere Gruppe am Langen Steg zur Abfahrt. Nachdem dann auch fast alle pünktlich eingetroffen waren (man munkelt, Jims Uhr hat noch etwas Optimierungsbedarf), konnte es losgehen – mit einem ausgesprochen sympathischen Busfahrer, der uns sicher und gut gelaunt Richtung Leipzig chauffierte. Ein strategisch gut gelegter und koffeintechnisch dringend notwendiger Zwischenstopp sorgte dafür, dass die Stimmung weiter anstieg und die letzten Müdigkeitsreste verschwanden.
In Leipzig angekommen, erwartete uns zunächst eine eher unfreiwillige Geduldsprobe. Die Organisation seitens der Messe ließ – diplomatisch formuliert – noch Luft nach oben, sodass wir ausreichend Zeit hatten, das Messegelände zunächst von außen eingehend zu studieren. Ein kleiner Hinweis an die Verantwortlichen: Wir schreiben das Jahr 2026 – vielleicht wäre es an der Zeit, das Thema „Messelogistik bei Vollauslastung“ und, wo wir schon dabei sind, auch den Punkt „ausreichend Frauen-WCs“ einmal mit derselben Sorgfalt zu behandeln wie die Buchausstellung selbst.
Dann aber ging alles ganz schnell: Rein ins Getümmel, Aufteilung in unsere zuvor vereinbarten Kleingruppen – und schon begann das Entdecken. Denn zu entdecken gab es einiges: Bücher, Mangas, Comics und noch mehr Bücher, und das zu wirklich jedem erdenklichen Thema. Zwischen all den Eindrücken wurden alte Lieblingsbücher wiederentdeckt und neue literarische Schätze aufgespürt – ein Paradies für alle, die gerne lesen oder es vielleicht wieder öfter tun möchten.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die unterschiedliche Herangehensweise innerhalb unserer Gruppen: Während die Schülerinnen und Schüler einen bewusst großzügigen Bogen um die Stände der klassischen Schulbuchverlage machten, zeigten sich die begleitenden Lehrkräfte hier deutlich interessierter.
Eine Abwechslung mit ganz anderem Flair bot die parallel stattfindende Manga-Comic-Con, die mit ihrer besonderen Atmosphäre beeindruckte – verstärkt durch die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in aufwendigen und kreativen Cosplays.
Am Ende bleibt vor allem ein abwechslungsreicher, teilweise überraschender und definitiv eindrucksvoller Ausflug in Erinnerung, bei dem für alle etwas dabei war – egal, ob man gezielt nach bestimmten Büchern gesucht hat oder sich einfach treiben ließ. Und ganz nebenbei ist so ein Tag zwischen Büchern, Ideen und ein bisschen Messechaos vielleicht genau die Art von Abwechslung, die man im Schulalltag gut gebrauchen kann.
Und seien wir ehrlich: Wenn Schülerinnen und Schüler freiwillig Zeit (und ein bisschen Geld) in Bücher investieren, dürfte das wohl eine der wenigen „Shoppingtouren“ sein, bei der kein Elternteil die Augenbrauen hebt.





