Ruhrkampf, Reparationen, Inflation – das sind Schlagworte der frühen 1920er Jahre und einer Zeit, die nicht nur Thema im Geschichtsunterricht des Leistungsfachs war, sondern auch der Bayernausstellung 2026/27 des Hauses der Bayerischen Geschichte (HdBG) in Regensburg. Und somit lag es nahe, dass wir als Kurs mit Herrn Wabra diese Ausstellung besuchen.

Am 14.07.2026 machten wir uns also mit dem Zug auf nach Regensburg. Nach einem kurzen Fußweg kamen wir beim Museum an und wurden gleich im Foyer von zwei Damen des HdBG begrüßt. Und so ging es in die Bayernausstellung, die sich unter dem Titel „Brennpunkt Bayern. Hitler und der Kampf um die Demokratie“ den Krisen der Weimarer Republik in ihrer Anfangszeit und den ersten „Erfolgen“ der Nationalsozialisten widmet. Das Konzept setzt dabei auf fünf sogenannte „Bühnen“, die unterschiedliche Schwerpunkte beleuchten, um zu ergründen, wie und weshalb es der Hitler-Partei gelang, den politischen Nährboden insbesondere in Bayern früh zu nutzen. Das Besondere an unserer Führung war, dass wir eine Kuratorenführung erhielten und die Ausstellung somit von der Historikerin Alexandra Ermann erklärt bekamen, die selbst an deren Erstellung und Konzeption beteiligt war. Somit reflektierten wir nicht nur die Erklärungsansätze für die autoritäre, antisemitische und gewaltbereite politische Stimmung jener Zeit, sondern erhielten auch Einblicke in die Entstehung und Präsentation der Ausstellung. Besonders spannend war zu sehen, dass es in den 1920er Jahren mutige Menschen wie Paula Schlier gab, die sich undercover in die Nazi-Zeitung „Völkischer Beobachter“ einschleuste. Deshalb konnte man wissen, was Hitler und seine Anhänger dachten und vorhatten – und man hätte sie hier in Bayern auch stoppen können – stoppen müssen! Denn die Richter im Prozess gegen Hitler und andere Nationalsozialisten hätten diese Männer wegen Hochverrats eigentlich zu sehr langen Haftstrafen verurteilen müssen. Doch die Justiz beugte das Recht aus politischen Gründen. Rechtsstaat und Demokratie hatten gegen ihre Gegner versagt. Schon in der Ausstellung haben wir Beeindruckendes gesehen, gehört und gelesen.

Nach einer kleinen Stärkung mit Brezeln in einer nahegelegenen Bäckerei stand – passend zur Ausstellung – das Escape-Game „Hass, Hetze, Mord“ auf dem Programm, das im „Schwaben“-Raum der Bavariathek des HdBG stattfand. Mithilfe originaler Quellen war es unsere Aufgabe als Detektive und Detektivinnen, den prominenten politischen Mordfall an Matthias Erzberger, einem Demokraten und ehemaligen Finanzminister der Weimarer Republik, aufzuklären. Wir entschieden uns, hierbei in zwei Gruppen – Mädchen gegen Jungen – in Konkurrenz zu ermitteln. Die Mädchen konnten die beiden Täter zuerst identifizieren und entschieden das Spiel mit knappem Vorsprung für sich. In diesem Mordfall gibt es Parallelen zu heute, denn auch in der Weimarer Republik bedienten sich die Staats- und Menschenfeinde der (wie man heute sagen würde) Hassrede und Fake News, die den Nährboden für Gewalt mitschufen. Es zeigen sich jedoch auch deutliche Unterschiede, denn unsere Zeit ist weniger von Gewalt geprägt und Extremisten stoßen auf deutlich mehr Gegenwehr. Und doch wird in diesem spannenden historischen Escape-Game deutlich, wie aggressiv sich die Feinde der Demokratie gegen Repräsentanten des Staates richteten – und wie Staat und Gesellschaft dabei versagten, diese Extremisten zu stoppen und aufrichtige Demokraten zu schützen.
Nach diesem eindrucksvollen Vormittag konnten wir alle eine Stärkung gut gebrauchen. Wir entschieden uns für Pizza, um wieder zu Kräften zu kommen. An einem schattigen Plätzchen hinter dem historischen Rathaus ruhten wir uns aus und verspeisten wagenradgroße Pizzen, bevor wir in Regensburg noch shoppen gingen. Dabei fanden wir Eumel, eine sympathische Schwimmnudel, in die wir uns sofort verliebten und die wir als neues Mitglied herzlich in unser Leistungsfach mitaufnahmen (und Eumel quietscht!1!). Als wir dann kurz vor 17 Uhr wieder im Zug nach Weiden saßen, waren wir alle müde von den vielen Eindrücken und heißen Temperaturen, aber vor allem von den vielen Erkenntnissen. Hätte es mehr mutige Menschen wie Paula Schlier gegeben, hätte ER und andere Demokratiefeinde aufgehalten werden können.
Das Leistungsfach Geschichte; Fotos: Wabra