Schüleraustausch mit Vichy (Frankreich)

 
2015, beim Ausflug nach Clermont-Ferrand (Foto: Büchl)

2015, beim Ausflug nach Clermont-Ferrand (Foto: Büchl)

Seit vielen Jahren bereits – 2014 feiern wir das 20-jährige Jubiläum! – verbindet das Augustinus-Gymnasium eine herzliche Freundschaft mit dem Collège Jules Ferry in Vichy. Dieses Austauschprogramm ist für ca. 20-30 Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe, evtl. auch für mutige Schüler aus der 8. Klasse, vorgesehen und erlaubt ihnen, ihre Sprachkenntnisse sofort anzuwenden und zu erweitern und so unsere Nachbarn im Westen näher kennen zu lernen.

Unabhängig vom Gruppen-Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Vichy gibt es durch die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich, organisiert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), die Möglichkeit, mehrere Monate „alleine“ in Frankreich zu verbringen, und dies viel kostengünstiger als im englisch-sprachigen Ausland! (weitere Informationen)

 

Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Vichy

Während in den Anfangs-Jahren des Austauschs Besuch und Gegenbesuch im Nachbarland in zwei aufeinander folgenden Jahren stattfanden, so ermöglicht das nun bereits im selben Jahr erfolgende Wiedersehen ein intensiveres Kennenlernen. Mal eröffnen die Deutschen den Reigen im Spätwinter/ Frühling mit ihrer ca. zehntägigen Reise nach Frankreich, mal kommen die Franzosen zuerst. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen dann natürlich die Altstadt von Weiden, aber auch interessante Städte wie Bayreuth, Regensburg oder Nürnberg. Dauerbrenner auf der Wunschliste unserer Gäste sind mittlerweile auch die Lebkuchenfabrik Rosner in Waldsassen und das Kloster Speinshart geworden.

In Vichy, der eleganten Kurstadt im Herzen Frankreichs, lernen unsere Schüler den Schultag ihrer französischen Kameraden kennen, der jeden Tag – außer mittwochs- bis 16.30 Uhr dauert. In der Schulkantine werden sie mit typisch französischem Schulessen versorgt. Bei zahlreichen Ausflügen erkunden die Teilnehmer am Frankreich-Austausch die Auvergne mit ihren landschaftlichen Schönheiten wie z.B. dem Parc des Volcans mit seiner höchsten Erhebung, dem Puy-de-Dôme und seiner Hauptstadt Clermont-Ferrand.

Neben dem touristischen Programm ist es aber auch wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen sich wirklich kennen lernen, und das geschieht am besten, wenn sie gemeinsam an einer Sache arbeiten. Deshalb findet in jedem Jahr ein Projekt statt, das in der ersten Phase des Austauschs begonnen und in der Gegenbesuch-Phase vollendet wird. Themen der Projektarbeit waren in den letzten Jahren u.a. „Der Zauberlehrling“, „Der kleine Prinz“, „Feste und Feiertage“, „Werbung für unsere Regionen“, „Musik der Jugendlichen in Deutschland und Frankreich“ oder „Unsere Regionalküchen“. In verschiedenen länderübergreifenen Arbeitsgruppen wird dann gemeinsam gesungen, gebastelt oder geschrieben „was das Zeug hält“, damit am Ende dieser Phase jeder Teilnehmer ein kleines „Produkt“ in Händen halten kann und sich noch möglichst lange an die schönen, bereichernden Erfahrungen erinnert, die die Teilnahme an einem Schüleraustausch und das Leben in einer Gastfamilie ermöglicht.

Berichte und Bilder von Fahrten nach Vichy

Weitere Informationen zur Region der Auvergne und zur Stadt Vichy

Was im Deutsch-Unterricht unserer Partnerschule alles so läuft: zum Blog von Madame Chauliac und ihren Schülern

 

 

Im Rahmen des P-Seminars „Unser Schüleraustausch mit Frankreich“ wurden in einer Umfrage Teilnehmer am Austauschprogramm auf beiden Seiten zu ihren Erfahrungen interviewt. Das Ergebnis war durchwegs positiv:

 

Das sagen die Schüler:

Würdest du rückblickend nochmal am Austausch teilnehmen und wieso?

Ellen Werner, deutsche Teilnehmerin 2013:

Ich würde auf jeden Fall nochmal am Austausch teilnehmen, weil ich viele nette Menschen kennengelernt habe und auch sprachlich viel dazugelernt habe.

Tanja Bergler, deutsche Teilnehmerin 2007:

Ich würde jederzeit wieder am Austausch teilnehmen. Ich hatte großen Spaß und eine sehr interessante Austauschpartnerin. Es ist rückblickend erstaunlich, wie viele Eindrücke man in dieser relativ kurzen Zeit sammeln kann. Die Städte Vichy und Lyon und auch die anderen Ausflüge, die wir gemacht haben, waren sehr schön und interessant. Ich fand es auch sehr spannend, eine Austauschpartnerin mit algerischem Hintergrund zu haben und konnte dadurch noch mehr kulturelle Verschiedenheiten entdecken.

Camélia GUERRAOUI, französische Teilnehmerin 2013 und 2014:

Ich würde gern nochmal am Austausch teilnehmen, weil Austausche gute Erfahrungen sind. Ich kenne schon gut Weiden, und teilweise seine Umgebung, aber ich bin sicher, es gibt viel mehr zu sehen. Wenn ich nochmal diesen Austausch machen würde, könnte ich meine Freunde wiedersehen, und es wäre cool.

 

Welche Ratschläge würdest du künftigen Austauschteilnehmern/innen mit auf den Weg geben?

Bernadette Memmel, deutsche Teilnehmerin 2007:

– Offenheit für neue Erfahrungen, egal welcher Art

– versuchen, so viel Französisch zu sprechen/zu lernen, wie es geht

– keine Scheu haben, aufgrund sprachlicher Defizite jemanden anzusprechen

 Lucie Odin, französische Teilnehmerin 2013:

Den Austausch genießen, die Gastfamilie kennen lernen, mit dem Austauschpartner reden, nicht schüchtern sein, alles probieren.

 

Das sagen die Lehrer:

Frau Lippe:

Wie würden Sie die Atmosphäre während des Austauschs beschreiben?

Sehr entspannt und freundschaftlich und von großer Herzlichkeit geprägt.

Was hat Sie dazu veranlasst, als Lehrer den Austausch zu begleiten?

Es war von Anfang an klar, dass ich nach 2 Jahren den Austausch von Fr. Dr. Behr übernehmen würde. Ich habe den Austausch viele Jahre organisiert, weil ich meine Liebe zu Frankreich u. den Franzosen an möglichst viele Schüler weitergeben wollte.

An was werden Sie sich immer erinnern, wenn Sie an den Austausch zurückdenken?

Ich habe viel Neues kennengelernt, was die Kultur anbelangt z. B. romanische Kirchen der Auvergne, die Kulinarik, neue Freundschaften geschlossen, viele Schüler von einer völlig neuen Seite gesehen.

 

Madame Allagnat:

Inwieweit können Schüler Ihrer Meinung nach von einem Austausch profitieren?

C’est une expérience très enrichissante à plusieurs niveaux! C’est la découverte de la vie dans une famille allemande, dans une école allemande. Pour certains, c’est la première fois qu’ils quittent le noyau familial …. J’ai toujours aimé les entendre raconter ce qu’ils avaient mangé, ce qu’ils avaient fait dans la famille, comparer nos systèmes éducatifs …

C’est l’occasion de mettre en pratique la langue que les professeurs essaient de faire apprendre, ce qui paraît souvent artificiel aux élèves. Que de jeunes Allemands les comprennent, est une révélation de l’utilité du travail qu’ils ont fourni en classe.

 

Herr Seiermann:

Wie aufwendig ist die Organisation des Austauschs, inwieweit sind Sie daran beteiligt?

Wenn die Schüler im Bus gen Vichy sitzen, können sie wahrscheinlich gar nicht erahnen, wie viel Zeit und Engagement die beteiligten Lehrkräfte auf beiden Seiten investiert haben: Erarbeitung eines Programms, das das Budget berücksichtigt, Zuteilung der Austauschpaare, Telefonate und e-mails, Termine etc. fix zu machen, den Infoabend für die Eltern ….

An welche peinlichen oder lustigen Momente können Sie sich erinnern?

Vor allem an einen: die Sitzblockade der französischen Austauschschüler vor unserem Bus, um zu verhindern, dass wir wieder heimfuhren.

 

Madame Chauliac:

An welche peinlichen oder lustigen Momente können Sie sich erinnern?

Il y a eu beaucoup de moments drôles entre collègues, mais que je garderai ici secrets ! Autres moments drôles avec les élèves : la première rencontre, lorsque Allemands et Français ne savent pas vraiment comment se saluer, la visite de l’éco-musée de Neusath Perschen lorsqu’il faut nettoyer l’écurie ou faire du beurre, le rallye –photos de l’année dernière…

 

Frau Büchl:

An was werden Sie sich immer erinnern, wenn Sie an den Austausch zurückdenken?

Die guten Gespräche mit den Kollegen während der Fahrt; die nervöse Zunahme des Lautstärkepegels kurz vor der Ankunft in Vichy; die Tränen beim Abschied…